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29
Jul

Der Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt im Juli

Weitere Besserung am Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli im Zuge der Sommerpause auf 3.192.000 gestiegen. Saisonbereinigt ist sie aber wie schon in den Vormonaten gesunken. „Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs, die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert.“, sagte Frank-J. Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA), heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Arbeitslosenzahl im Juli: +39.000 auf 3.192.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -271.000

Arbeitslosenquote im Juli: +0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich infolge der wirtschaftlichen Erholung weiter verbessert. Saisonbereinigt errechnet sich für den Juli erneut eine Abnahme der Arbeitslosigkeit, und zwar um 20.000. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im Juli 271.000 Arbeitslose weniger. Auch die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit), die die gesamte Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik umfasst, liegt unter Vorjahresniveau. Im Vergleich mit der Zeit vor der Wirtschaftskrise haben Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zwar zugenommen, der Anstieg ist aber erheblich kleiner als angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet wurde.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben in saisonbereinigter Rechnung zuletzt zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Juni saisonbereinigt um 25.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Mai saisonbereinigt sogar um 45.000 zugenommen (vorläufige Daten).

Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Mai auf Juni um 89.000 auf 40,37 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sie um 124.000 zugenommen (Quelle: Stat. Bundesamt). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai nach der Hochrechnung der BA bei 27,60 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das eine Zunahme um 204.000. Ohne den anhaltenden Zuwachs der Teilzeitbeschäftigung (ggü. Vorjahr +180.000) wäre die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht so deutlich gestiegen. Aber auch die Vollzeitbeschäftigung verzeichnet erstmals seit Monaten wieder einen geringen Anstieg (ggü. Vorjahr +20.000).

Die anderen Konten der Erwerbstätigkeit haben sich uneinheitlich entwickelt. Die Zahl der Selbständigen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung und die ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten haben sich dagegen im Vergleich zum Vorjahr verringert. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,81 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 6,6 Prozent.

Die Daten zu den gemeldeten Stellen zeigen schon länger eine ansteigende Tendenz. Die Vorjahreswerte werden mittlerweile deutlich überschritten. Die gemeldeten Arbeitsstellen haben im Juli saisonbereinigt um 11.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im Juli auf 391.000 Arbeitsstellen (vgl. hierzu Pressemitteilung 44/2010: Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen wird umgestellt). Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg von 93.000. Von den gemeldeten Arbeitsstellen waren 88 Prozent sofort zu besetzen.

Der Stellenindex der BA, der BA-X, bildet die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt ab. Von Juni auf Juli ist er um 4 auf 142 Punkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat er 34 Punkte gewonnen. Er liegt damit um einen Punkt über dem Oktober 2008, dem Monat, bevor die Wirtschaftskrise erstmals am Arbeitsmarkt sichtbar wurde.

Die Kurzarbeit verliert weiter an Bedeutung. Nach vorläufigen Daten – auf der Basis eines neuen Statistikverfahrens – wurde im Mai an 481.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Für den April 2010 wurden auf Basis dieses Verfahrens hochgerechnet 589.000 und für den Mai 2009 1.443.000 konjunkturelle Kurzarbeiter gezählt. Nach den Daten der BA ist der Ausbildungsstellenmarkt von einem demografiebedingten Bewerberrückgang bei stabilen Ausbildungsangeboten geprägt. Dabei übersteigt die Zahl der gemeldeten Bewerber nach wie vor die Zahl der bislang gemeldeten Ausbildungsstellen.

Von Oktober 2009 bis Juli 2010 wurden der Ausbildungsvermittlung der BA insgesamt 424.200 Ausbildungsstellen gemeldet, 10.200 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zunahme resultiert allein aus mehr betrieblichen Stellen (+11.800 auf 405.600; außerbetriebliche: -1.600 auf 18.600). Dies korrespondiert derzeit auch mit der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich des DIHK und der Handwerkskammern, die bis Juni leicht über dem Niveau des Vorjahres lagen.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres haben 511.200 Bewerber die BA oder einen zugelassenen kommunalen Träger bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet; 3.800 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang ergibt sich vor allem aus dem demografischen Wandel, insbesondere in Ostdeutschland, und weniger so genannter Altbewerber. Er wird allerdings u.a. durch doppelte Abiturjahrgänge gebremst.
Im Juli waren 108.500 Ausbildungsstellen (+9.500 ggü. Vorjahr) noch unbesetzt und 152.600 Bewerber (-13.600) zählten als noch unversorgt.

Insgesamt ist es aber noch verfrüht anhand dieser Daten eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. Erst am Ende des Beratungsjahres, wenn Angaben über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge vorliegen, wird sich zeigen, ob das Gesamtangebot an betrieblichen Stellen trotz Wirtschaftskrise stabil geblieben ist, oder ob nur der Einschaltungsgrad der BA gestiegen ist.


29
Jul

TK-Umfrage zeigt: In jeder Klasse zwei Kinder ungenügend geimpft

Hamburg - In jeder Klasse mit 28 Schülern sitzen statistisch mindestens zwei Kinder, die nicht ausreichend geimpft sind. Dazu zählen die Impfungen gegen Keuchhusten, Tetanus, Masern, Mumps oder Röteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Die Gründe der Impfmuffel: Acht von zehn Eltern, deren Kinder nicht alle Schutzimpfungen erhalten haben, gaben in der TK-Umfrage an, dass sie einige davon für unnötig hielten. Drei Viertel von ihnen haben Angst vor Impfschäden und Nebenwirkungen. Und fast die Hälfte war der Meinung, dass die so genannten “Kinderkrankheiten” das Immunsystem stärken. TK-Impfexperte Maik Findeisen hält dagegen: “Die Impfungen schützen Babys und Kleinkinder vor Infektionen, an denen sie häufig deutlich schwerer erkranken als ältere Kinder oder Erwachsene.” Zudem seien die modernen Impfstoffe gut verträglich, Nebenwirkungen treten nur in seltenen Fällen auf. Auch Mehrfachimpfungen mit bis zu sechs Impfstoffen stellen grundsätzlich kein Problem dar.

Manche Eltern fürchten auch, dass die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfohlenen Impfungen das Immunsystem ihres Babys überfordern. “Die Sorge ist unbegründet”, gibt Findeisen jedoch auch hier Entwarnung. Die Impfung stärke das Immunsystem des Neugeborenen, das sich ab der Geburt generell mit einer Vielzahl von Keimen auseinandersetzen muss.

Zunächst verfügen Neugeborene noch über einen so genannten Nestschutz: Durch mütterliche Antikörper sind sie gegen bestimmte Erkrankungen immun. Dies gilt allerdings nur für die Infektionskrankheiten, die die Mutter durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist. Diese Antikörper werden nach der Geburt langsam abgebaut, bis gegen Ende des ersten Lebensjahres meist gar kein Schutz mehr besteht. “Deshalb ist es wichtig, möglichst früh mit dem Aufbau des Impfschutzes gegen Tetanus, Hepatitis B und Co. zu beginnen”, empfiehlt Findeisen.

Diese Grundimmunisierung sollte unmittelbar nach Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und im Alter von 14 Monaten abgeschlossen sein. Findeisen: “Dann können Eltern sicher sein, dass ihr Kind ausreichend geschützt ist.” Der Schutz hält bei einigen Impfungen ein Leben lang, bei anderen muss er auch im Erwachsenenalter noch aufgefrischt werden. Dies gilt besonders für die Tetanus- und Diphtherie-Impfung. Einen genauen Überblick über die Impftermine gibt es unter www.tk-online.de.


29
Jul

stern-Umfrage: Fast jeder Zweite ist von Kachelmanns Unschuld überzeugt

Hamburg - Knapp die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) hält nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern Fernseh-Wettermoderator Jörg Kachelmann für unschuldig. Nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) glaubt, dass die Beschuldigungen gegen ihn zutreffen.

Ein Drittel der Bürger (33 Prozent) traut sich in der Frage keine Einschätzung zu. Dem 52-Jährigen wird vorgeworfen, eine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Er bestreitet dies. Nur geringfügige Unterschiede gibt es in der Einschätzung zwischen Männern und Frauen: Während 20 Prozent der Männer der Ansicht sind, Kachelmann sei schuldig, glauben dies bei den Frauen 23 Prozent.

Der Wettermoderator, der seit dem 20. März in Untersuchungshaft sitzt, muss sich vom 6. September an vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Ob er bis zu dem Termin in Haft bleiben muss, entscheidet sich am Donnerstag. In der Titelgeschichte “Die Suche nach der Wahrheit” berichtet der stern in seiner neuen Ausgabe ausführlich über den Fall Kachelmann - dem spektakulärsten Kriminalfall des Jahres.

Datenbasis: 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 22. und 23. Juli 2010, statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern


29
Jul

Bloß nicht auffallen - Umfrage: Jeder zweite Deutsche bleibt lieber unbemerkt

Baierbrunn - Sie werden plötzlich angesprochen und alle Augen richten sich auf Sie. Das ist Ihnen unangenehm? Damit sind Sie nicht alleine, so geht es den meisten Deutschen. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der “Apotheken Umschau”.

Mehr als jeder Zweite (55,7%) meidet zu viel Aufmerksamkeit und bemüht sich in der Öffentlichkeit nicht zu sehr aufzufallen. Öffentliche Kränkungen können unangenehm sein. Die Hälfte der Befragten (49,0%) vermeidet es auch anderen zu zeigen, wenn sie sich gekränkt oder verärgert fühlen.

Ebenso viele (48,7%) fühlen sich nicht wohl, wenn sie Reden oder Ansprachen im Freundeskreis halten sollen. Mehr als jeder vierte Befragte (27,7%) leidet sogar an unbekannten Orten unter einem Gefühl der Unsicherheit. (Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins “Apotheken Umschau”, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.931 Frauen und Männern ab 14 Jahren.)


29
Jul

Geschirrspültabs: Reihenweise Versager bei Öko-Tabs

Die meisten phosphatfreien Geschirrspültabs taugen nichts. Nur zwei Öko-Tabs sind „gute“ Spülhilfen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift test in ihrer August-Ausgabe, für die sie 13 Öko-Tabs mit 4 phosphathaltigen Reinigern verglichen hat.

Das Ergebnis ist enttäuschend. Die Tester sahen jede Menge blinde Gläser, schillernde Bestecke und dreckige Teller. Nur zwei phosphatfreie Solotabs empfehlen sich als „gute“ Alternative zu klassischen Geschirrspültabs: fit Grüne Kraft Classic für 12 Cent pro Spülgang und OPM Grün für 10 Cent. Damit kostet ein Spülgang rund doppelt so viel wie mit einem guten phosphathaltigen Solotab vom Discounter.

Bei Solotabs kommen Klarspüler und Enthärtersalz separat in den Geschirrspüler, bei Multitabs sind alle nötigen Zusätze bereits enthalten. Bei den Multitabs, auch für 10 bis 12 Cent pro Spülgang zu haben, konnte im Test kein einziges Ökoprodukt überzeugen. Wer umweltschonend spülen möchte, sollte also auf die beiden phosphatfreien Öko-Tabs setzten und Enthärtersalz sowie Klarspüler zusätzlich in die Spülmaschine geben.

Bei den 4 phosphathaltigen Multifunktionstabs im Test schnitt Finish Calgonit Powerball Quantum für 24 Cent pro Waschgang am besten ab. „Gute“ und günstige Multifunktionstabs aus dem letzten Test sind aber ebenfalls noch zu haben, zum Beispiel Aldi (Nord) Akuta komplett, Aldi (Süd)/alio complete oder Lidl/W5 All-in-1 für jeweils 7 Cent pro Waschgang.

Der ausführliche Test Geschirrspültabs ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de veröffentlicht.


29
Jul

Basmati-Reis: 16 von 31 Produkten „mangelhaft“

Die Hälfte der geprüften Marken Basmati-Reis ist „mangelhaft“. Die Gründe: Sie enthalten zu viel Fremdreis, riechen muffig und ranzig, verkleistern und verklumpen oder sind mit Schimmelpilzgift belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der August-Ausgabe der Zeitschrift test, für die sie zum ersten Mal 31 Marken Basmati-Reis getestet hat, darunter weißer Reis – lose und im Kochbeutel –, Vollkornreis und drei vorgegarte Produkte. Geprüft wurden auch Bio- und Fairtrade-Marken.

Basmati-Reis ist eine der edelsten Reissorten der Welt. Fast jede fünfte Packung Reis, die Bundesbürger heute kaufen, besteht aus den Körnern, die nur in Indien und Pakistan angebaut werden dürfen. Doch fünf Produkte enthalten zu viel Fremdreis – in zwei Marken, Macariso von Penny und Kochbeutel-Basmati von Rewe, war sogar kein Körnchen Basmati. Im Reis von Penny gab es außerdem zu viel Schimmelpilzgift, ebenso wie im Green, einem Bio-Vollkornreis, so dass beide nicht hätten verkauft werden dürfen.

Eine sehr geringe bis deutliche Belastung mit Pestiziden fanden die Tester bei 22 Marken Basmati-Reis, darunter auch bei fünf Bio-Produkten. Von diesen war nur der Bio-Reis von Alnatura pestizidfrei. Beim weißen Reis sind nur drei „gut“: Tilda pure Basmati-Reis aus Asia-Läden für 4,70 Euro pro Kilogramm mit dem besten Geschmack, Kaiser’s Tengelmann/Star Marke (3,78 Euro) und Real/Tip (1,39 Euro). Aber: Tilda und der Kaiser’s Reis wurden, wie 10 weitere Marken, offenbar zur Abwehr von Schädlingen in begasten Containern transportiert – kein Risiko für Reisesser, aber durchaus eines für die Containerarbeiter und die Umwelt.

Der ausführliche Test Basmati-Reis ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/reis veröffentlicht.


29
Jul

4,1 Millionen Starts im Luftverkehr in Deutschland 2009

Wiesbaden – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2009 an den etwa 1 000 Flugplätzen in Deutschland insgesamt 4,1 Millionen Starts gezählt. Fast zwei Drittel (64%) waren nichtgewerbliche Flüge. Von diesen insgesamt 2,6 Millionen Starts wurden 1,1 Millionen als Motorflüge durchgeführt. Eine größere Anzahl von Starts (1,5 Millionen) entfiel auf Motorsegel-, Segel- oder Ultraleichtflüge oder auf Fahrten mit bemannten Heißluftballons.

Im gewerblichen Luftverkehr sind Flugzeuge insgesamt 1,5 Millionen Mal gestartet. Die 26 großen Flughäfen, die derzeit zur Monatsstatistik meldepflichtig sind, erreichten mit 1,0 Millionen Starts einen Anteil von 71%.


29
Jul

Bierabsatz im ersten Halbjahr 2010 um 0,7% gesunken

Wiesbaden – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben deutsche Brauereien und Bierlager im ersten Halbjahr 2010 rund 49,0 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Trotz des starken Bierabsatzes im Monat Juni 2010 (+ 7,8% gegenüber Juni 2009), waren das 0,4 Millionen Hektoliter oder 0,7% weniger als im ersten Halbjahr 2009. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – machten im ersten Halbjahr 2010 mit 2,0 Millionen Hektolitern 4,1% des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 wurden 4,3% weniger abgesetzt.

84,3% des gesamten Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2010 waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die versteuerte Menge verringerte sich um 2,1% auf 41,3 Millionen Hektoliter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 7,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (+ 7,2%). Davon gingen 5,7 Millionen Hektoliter (+ 3,3%) in EU-Länder, 1,9 Millionen Hektoliter (+ 21,9%) in Drittländer und 0,1 Millionen Hektoliter (– 5,1%) unent­geltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien. (Destatis)


29
Jul

Erwerbstätigkeit im Juni 2010: Aufwärtsentwicklung hält an

Wiesbaden – Am Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin eine positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit. Im Juni 2010 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 40,3 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbs­tätig. Das waren 131 000 Personen oder 0,3% mehr als im Juni 2009. Im Mai 2010 hatte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Zuwachs um 0,2% erstmals seit zwölf Monaten wieder über dem Vorjahresergebnis gelegen.

Im Vergleich mit dem Vormonat Mai 2010 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juni 2010 um 41 000 Personen (+ 0,1%). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausblendung üblicher jahreszeitlich bedingter Schwankungen, ergab sich gegenüber Mai 2010 ein Plus von 32 000 Personen (+ 0,1%).

Neben der Erstberechnung der Erwerbstätigenzahl für den Berichtsmonat Juni 2010 wurden im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auch die vorläufigen monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit ab dem Jahr 2007 neu berechnet. Hierbei wurden alle zum jetzigen Berechnungszeitpunkt zusätzlich verfügbaren erwerbsstatistischen Quellen in die Erwerbstätigenrechnung einbezogen. Aus der Neuberechnung resultierten für die monatlichen Erwerbstätigenzahlen Vorjahresveränderungsraten, die maximal um 0,1 Prozentpunkte von den bisher veröffentlichten Ergebnissen nach oben oder unten abweichen. (Destatis)


29
Jul

Fachkräfte von morgen schon heute ausbilden

Berlin - Zur aktuellen Debatte um den künftigen Fachkräftebedarf erklärt die arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Anette Kramme: Die Altenpflege schlägt Alarm, und die Industrie sucht händeringend nach Facharbeitern. Der Vorstoß Schavans und Lindners, eine gezielte Einwanderungspolitik zu forcieren, ist deshalb nicht falsch. Er greift aber zu kurz.

Es geht heute nicht mehr nur um Beschäftigungssicherung in der Krise. Es geht vor allem um die Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Zukunft. Wir müssen schon heute handeln, damit wir in 20 Jahren nicht gleichzeitig Fachkräftemangel und Massenarbeitslosigkeit bei gering Qualifizierten vorfinden.

Den drohenden Fachkräftemangel können wir nur mit abgestimmten bildungs- und beschäftigungspolitischen Ansätzen vermeiden.

Das betrifft vor allem die drei Gruppen: Ältere, Frauen und Migranten. Schon in unserem Wahlprogramm 2009 hieß es: Wir wollen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur für jede und jeden. Daran halten wird fest.

Ziel muss es außerdem sein, den Anteil der gering qualifizierten Arbeitnehmer durch eine massive Bildungsoffensive zu reduzieren. Vor allem Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund müssen besser integriert werden. Rund 40 Prozent von ihnen machen heute keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Diese Verschwendung von Talent können wir uns nicht länger leisten.

Außerdem muss die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung weiter ausgebaut werden. Die Ausbildungsförderung für einen Universitätsabschluss muss zum Beispiel auch noch für 40- oder 50 jährige offen stehen. Ziel muss es auch sein, die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer auch im Alter zu erhalten und die Integration von Frauen, speziell Alleinerziehenden, in den Arbeitsmarkt zu erhöhen, indem ausreichend Betreuungsangebote bereitgestellt werden.


29
Jul

Fledermäuse live erleben

Europäische Fledermausnacht am 28./29. August

Hannover - Wer Fledermäuse in einer lauen Nacht entdecken will, muss schon sehr genau hinsehen, um die schwarzen Silhouetten der wendigen Flugkünstler gegen den dämmerigen Nachthimmel auszumachen. „Einfacher geht es auf geführten Fledermauswanderungen, bei denen mit Hilfe von Ultraschalldetektoren den Fledermäusen bei der Insektenjagd zugehört werden kann“, erläutert NABU-Fledermausexperte Axel Roschen. Diesjähriger Höhepunkt ist die 14. Europäische Fledermausnacht vom 28. auf den 29. August 2010, bei der in über 30 Ländern Europas Veranstaltungen zu Fledermäusen angeboten werden.

Die detusche Hauptveranstaltung findet ab dem 28. August um 13 Uhr am Kalkberg in der „Fledermaushauptstadt“ Bad Segeberg statt. Neben Informationsständen gibt es Spiel-, Bastel- und Malaktionen, mehrere Fledermausexkursionen und natürlich jede Menge Wissenswertes rund um die geheimnisvollen Nachtschwärmer.

„In ganz Deutschland wird es in dieser Nacht Möglichkeiten zur Fledermausbeobachtung geben“, so Roschen. Zahlreiche NABU-Gruppen und Fledermausexperten gewähren anlässlich der Batnight 2010 Einblicke in das Leben ihrer Schützlinge, um an diesem Wochenende wieder Zehntausende Besucher über die geheimnisvollen Nachtjäger zu informieren. Auf den Veranstaltungen können unter fachkundiger Begleitung an vielen Orten Abendsegler, Wasser- und Zwergfledermäuse oder andere Fledermausarten entdeckt werden.

Die Europäische Fledermausnacht ist eine Erfolgsgeschichte für die lautlosen Nachtjäger. Während es im Anfangsjahr bundesweit 60 Veranstaltungen gab, stieg die Zahl kontinuierlich an. Von 122 im Jahr 2000 und 164 im Jahr 2001 auf knapp 400 im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr sind bis jetzt über 140 Veranstaltungen angemeldet. Der Blick auf die Internetseite www.batnight.de lohnt auf jeden Fall, etwa um festzustellen, ob auch in Ihrer Region eine Aktion zur Europäischen Fledermausnacht stattfindet. (NABU)


29
Jul

Einzigartige Kaukasus-Natur in Gefahr

Winterspiele 2014 an Umweltstandards messen

Sotschi – Der NABU warnt vor einer Gefährdung westkaukasischer Schutzgebiete durch die Olympischen Winterspiele 2014. NABU-Vizepräsident und Leiter des Fachbereichs Internationales Thomas Tennhardt und NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller besuchten die im Bau befindlichen Olympiaprojekte im südrussischen Urlaubsort Sotschi. Das UNESCO-Weltnaturerbe Westkaukasus grenzt unmittelbar an die Gebirgsregion der olympischen Winterspiele. Die Region zählt mit einer einzigartigen Flora und Fauna zu den wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Welt. „Durch die olympischen Winterspiele besteht nun die Gefahr, dass es zu einem rasanten Naturverbrauch kommt. Die russischen Behörden haben uns jedoch glaubhaft versichert, dass es inzwischen keine Bauvorhaben mehr im UNESCO-Weltnaturerbegebiet gibt“, sagte Tennhardt.

In einem Gespräch forderte der NABU die Vertreter des staatlichen Organisationskomitees Sotschi 2014 dazu auf, die selbst gesetzten Umweltstandards gewissenhaft einzuhalten. Vermeidbare Eingriffe in den Natur- und Landschaftshaushalt zögen unwiderrufliche Folgen nach sich, die weltweit beachtet würden. „Sotschi 2014 wird nicht nur an seinen sportlichen Leistungen gemessen, sondern auch daran, ob es der russischen Regierung gelingt Umweltstandards einzuhalten“, sagte Miller. Russland habe die Chance, sich entgegen bestehender Vorurteile als Vorreiter zu präsentieren. Die Vertreter des NABU boten ihre Unterstützung bei der Vorbereitung umweltgerechter Winterspiele an. So hat der NABU ein Projekt bei der Internationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung eingereicht, das die Naturwälder in der Pufferzone des Weltnaturerbes Westkaukasus innerhalb von vier Jahren schützen und den Einsatz Erneuerbarer Energien fördern möchte.

Das Organisationskomitee Sotschi 2014 betonte sein Interesse an einer verstärkten Kooperation mit deutschen Organisationen und wies darauf hin, dass man bereits eine Umwelt-, Abfallvermeidungs- und Klimaschutzstrategie entwickelt habe und diese auch umsetze. Bürgerbeteiligungen, „grüne“ Baustandards und Umweltverträglichkeitsprüfungen seien bereits implementiert. Dort wo es Beeinträchtigungen der Natur gegeben habe, sei man um Ausgleichsmaßnahmen bemüht und sehr an fachlicher Unterstützung aus Deutschland interessiert. Nach dem Gespräch erklärte Tennhardt: „Offenbar ist die Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf Natur und Umwelt vorhanden. Damit es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt, müssen wir deutlich machen, dass wir nicht nur grüne Feigenblätter sehen wollen, sondern dass wir auf die umweltfreundliche Ausgestaltung der Olympischen Winterspiele 2014 großen Wert legen.“

In der Region Westkaukasus befindet sich der größte europäische Hochgebirgsurwald, in dem noch frei lebende Herden von Bergwisenten leben. Der NABU engagiert sich bereits seit mehr als zehn Jahren in dieser Region zum Schutz der einmaligen Naturlandschaft und war maßgeblich an der Ausweisung des UNESCO-Welterbegebietes Westkaukasus beteiligt. (NABU)


29
Jul

Kredithürde sinkt weiter

Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands setzt im Juli ihre Abwärtstendenz fort und sinkt den siebten Monat in Folge. Aktuell klagen 31,6% der befragten Unternehmen über eine restriktive Kreditvergabe durch die Banken. Im Vormonat waren es noch 34,0%. Vor genau einem Jahr – im Juli 2009 – erreichte die Kredithürde ihren bisherigen Hochpunkt in der Wirtschafts- und Finanzkrise mit 45,1%. Innerhalb eines Jahres ist sie somit um 13,5 Prozentpunkte gefallen. Die konjunkturelle Erholung in Deutschland wird von der Kreditpolitik der Banken momentan kaum gebremst.

Die Kredithürde ist im Juli – wie bereits im vergangenen Monat – über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche hinweg gesunken, im verarbeitenden Gewerbe, im Bauhauptgewerbe und im Handel. Im verarbeitenden Gewerbe nahmen die Klagen über eine zurückhaltende Kreditvergabepraxis der Banken in allen Unternehmensgrößenklassen ab. Die Kredithürde sinkt für die großen Industriefirmen um 2,8 Prozentpunkte auf 36,7% und für die mittelgroßen Unternehmen um 2,9 Prozentpunkte auf 30,0%. Am stärksten nimmt sie für die kleinen Firmen ab. Bei ihnen fällt sie um 5,2 Prozentpunkte auf aktuell 30,5%.

Im Bauhauptgewerbe bewerten 38,2% der Befragungsteilnehmer den Kreditzugang als schwierig. Das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als im Juni. Bei den Handelsunternehmen hat die Kredithürde um 1,5 Prozentpunkte auf 28,5% nachgegeben. (ifo)


29
Jul

Pestizid-Cocktails auf Strauchbeeren können gesundheitsgefährdend sein

Kritik des BVL an Greenpeace-Testergebnissen ist falsch

Greenpeace hält an den Pestizidtest-Ergebnissen und der Einschätzung, dass Pestizid-Cocktails gesundheitsgefährdend sein können, fest. Die heute vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geäußerte Kritik ist falsch. Richtig ist: Greenpeace hat bei den Pestizidtests auf den Beeren zum Teil eine ganze Reihe verschiedener Pestiziden gefunden.

Nach wie vor gibt es keine Studien, die die tatsächlichen Gefahren von Pestizid-Cocktails abschließend bewerten. Hier existiert eine Gesetzes- und Wissenslücke, die dringend geschlossen werden muss. Auch wenn bei den untersuchten Beeren keine Grenzwerte für einzelne Pestizide überschritten wurden, macht hier die Summe der Wirkstoffe die potentielle Gefahr aus. In diesem Zusammenhang spricht Greenpeace von einer möglichen Gesundheitsgefährdung bei fünf von dreizehn untersuchten Proben.

Dass eine Lücke in den gesetzlichen Regelungen vorliegt, hat die Hamburger Lebensmittelüberwachung bereits in der Kommentierung des Greenpeace-Salattests im vergangenen Winter bestätigt. Die Lebensmittelüberwachung hat eine solche Summenbewertung für zulässig gehalten bei Proben, auf denen mehrere Pestizide gefunden werden.

Bei den aktuellen Johannisbeer-Tests wurden zudem zwei illegale Pestizide gefunden. Dodin und Difenoconazol haben keine Zulassung für den Einsatz bei Johannisbeeren, die in Deutschland produziert werden. Dennoch fanden sich beide Pestizide auf Johannisbeeren deutscher Herkunft. Dass beide Wirkstoffe für in Deutschland produzierte Johannisbeeren unzulässig sind, hat das BVL in seiner heutigen Presseerklärung bestätigt. Jetzt verfolgt die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer die Ware zum Erzeuger zurück und stellt weitere Ermittlungen an. (WWF, Lena Weitz)


29
Jul

Buntenbach: Keine Entwarnung für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt

Berlin - Die Situation Alleinerziehender auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor prekär. Das zeigen aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit, die der DGB anlässlich der für morgen geplanten Veröffentlichung neuer Daten des Statistischen Bundesamts zu Alleinerziehenden ausgewertet hat.

Angesichts der anhaltend hohen Hartz IV-Bedürftigkeit von Ein-Eltern-Familien forderte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Mittwoch bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Existenz sichernde Jobs.

Zwar habe sich die Situation von Alleinerziehenden auf dem Arbeitsmarkt mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um drei Prozent im Jahresdurchschnitt 2009 bei dieser Zielgruppe leicht gebessert, doch von Entwarnung könne nach wie vor keine Rede sein, sagte Buntenbach. Nach wie vor bezögen fast die Hälfte (41 Prozent) aller Ein-Eltern-Familien Hartz IV, um über die Runden zu kommen. Im März 2010 waren es 635.938 Alleinerziehende mit ca. einer Million Kindern. „Das Armutsrisiko bleibt somit für Alleinerziehende besonders groß.“

Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit im Krisenjahr 2009 um fünf Prozent gestiegen. „Hauptgrund für die günstigere Entwicklung bei den Alleinerziehenden ist, dass hauptsächlich Frauen alleinerziehend sind, die überwiegend in bisher weniger krisengeschüttelten Dienstleistungsberufen arbeiten“, so Buntenbach. „Männliche Beschäftigte in den exportorientierten Branchen trafen die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in 2009 deutlich härter.“

Die Erwerbsorientierung Alleinerziehender sei generell hoch. So war in 2009 jede/r dritte Alleinerziehende mit Anspruch auf Hartz IV erwerbstätig. Davon waren 19 Prozent in Vollzeit beschäftigt, 76 Prozent in Teilzeit und fünf Prozent selbstständig. Von allen arbeitslosen Alleinerziehenden wünschten sich 58 Prozent einen Vollzeit- und 37 Prozent einen Teilzeitjob.

„Doch um das zu erreichen, muss an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden“, sagte Buntenbach. „Insbesondere in den westdeutschen Bundesländern mangelt es an ausreichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten.“ Zudem fehlten Existenz sichernde Jobs - besonders in Ostdeutschland. Generell dehne sich der Niedriglohnsektor immer weiter aus.

Zwar habe die Bundesregierung die Förderung der Alleinerziehenden zu einem Schwerpunkt erklärt. „Doch das fürs nächste Jahr beschlossene Kürzungsprogramm spricht eine ganz andere Sprache“, kritisierte Buntenbach. Die geplanten Kürzungen der arbeitsmarktpolitischen Fördermittel wird die Zahl der Langzeitarbeitslosen generell steigen lassen. Zudem sollen Eltern, die auf Hartz IV angewiesen sind, künftig kein Elterngeld mehr erhalten, Gutverdiener jedoch weiterhin bis zu 1 800 Euro monatlich. „Das zeigt erneut, für welche Klientel schwarz-gelb Politik macht.“

Um die Situation von Alleinerziehenden und deren Kindern zu verbessern, fordert der DGB eine wirksame Strategie zur Vermeidung von Armut. Buntenbach: „Dazu gehören u.a. Teilzeit- Qualifizierungsmöglichkeiten für arbeitslose Eltern, der Ausbau von Wohngeld und Kinderzuschlag sowie ein gesetzlicher Mindestlohn nicht unter 8,50 Euro.“ (DGB)


29
Jul

Bundesregierung als verlängerter Arm der Bankenlobby: Auf in die nächste Krise

Berlin - Zum Verhalten der Bundesregierung im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht erklärt Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender: Deutschland hat im Baseler Ausschuss höhere Eigenkapitalquoten für Banken verhindert. Merkel und Schäuble blockieren damit die dringend notwendigen Konsequenzen aus der Finanzkrise. Von einer Schuldenbremse für Banken sind wir meilenweit entfernt. Harte Rhetorik bei Finanzgipfeln, heimliche Verhandlung als verlängerter Arm der Bankenlobby: Das ist die verantwortungslose Finanzmarktpolitik von Merkel und Schäuble.

Die von der Lobby im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ohnehin schon windelweich verhandelten Eigenkapitalvorschriften sind Merkel und Schäuble immer noch zu hart. Als einziges von 27 Ländern hat sich Deutschland dort dem Kompromiss verweigert mit der Hoffnung, die Eigenkapitalregeln im Herbst noch weiter aufweichen zu können. Die deutschen Banken haben sich durchgesetzt. Die Börse jubelt entsprechend. Die Abendessen mit den Ackermanns im Kanzleramt tragen Früchte. Merkel und Schäuble wollen aus der Krise nichts lernen. Wer Bankenregulierung weiterhin als Standortpolitik begreift, nimmt die nächste Krise billigend in Kauf.

Ob Stresstests, Eigenkapital- oder Liquiditätsvorschriften, Reform der maroden Landesbanken oder europäische Finanzaufsicht: Die Bundesregierung mauert und bremst. Kommt die nächste Krise, werden die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Banken schon noch einmal retten. Dass dafür dann noch mehr in der Sozial- und Bildungspolitik gestrichen werden muss, ist Merkel und Schäuble auch egal. Hauptsache es gibt Applaus aus den Frankfurter Bankentürmen. (Bündnis90/Die Grünen)


28
Jul

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Mehr erneuerbare Energien und weniger Treibhausgase - Handlungsbedarf vor allem in anderen Bereichen

Berlin - Der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Indikatorenbericht 2010 zeigt unterschiedliche Entwicklungen der Umweltindikatoren. Bundesumweltminister Norbert Röttgen zeigte sich erfreut, dass die Entwicklungen vor allem in zwei wichtigen umweltpolitischen Handlungsfeldern in die richtige Richtung weisen: „Das kontinuierliche Sinken der Treibhausgasemissionen zeigt, dass Deutschland einer der Vorreiter im Klimaschutz ist. Wir werden auch zukünftig daran arbeiten, diese Rolle beizubehalten. Dazu gehört auch, Klimaschutz im eigenen Land mit konkreten Maßnahmen voran zu bringen. Dass die erneuerbaren Energien hier eine treibende Kraft sind, zeigt deren beständig steigender Anteil am Energieverbrauch. Je mehr erneuerbare Energien wir einsetzen, desto stärker sinkt der Ausstoß Klima schädigender Gase.“

Mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2002 wurden für 21 Themenfelder nachhaltiger Entwicklung Ziele festgelegt, von denen zwölf einen direkten Umweltbezug haben. Der Grad der Zielerreichung wird alle zwei Jahre vom Statistischen Bundesamt überprüft. Seit 2008 werden den einzelnen Trends Wettersymbole zugeordnet, die der besseren und schnelleren Verständlichkeit dienen: „Sonnig“, „Bewölkt“, „Bedeckt“, „Gewitter“.

Eindeutig „Sonnig“ bewertet das Statistische Bundesamt etwa den Ausstoß von Treibhausgasen, der kontinuierlich sinkt. Das mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2002 gesetzte Ziel einer Minderung um 21 Prozent bis 2010 gegenüber 1990 ist mit einer Senkung von 22,4 Prozent im Jahr 2008 bereits erreicht. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den deutschen Ausstoß an Klimagasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Auch beim Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch wurden die 2002 gesetzten Ziele bereits deutlich vor der gesetzten Frist 2010 erreicht. Der Bericht des Statistischen Bundesamtes weist aus, dass Deutschland auch bei den neu gesetzten Zielen für 2020 auf einem guten Weg ist: der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch betrug 2009 16,1 Prozent, Ziel sind 30 Prozent. Am so genannten Primärenergieverbrauch, der den Einsatz der Energieträger zur Erzeugung von Strom, Wärme und Treibstoffen ausweist, hatten die Erneuer-baren 2009 einen Anteil von 8,9 Prozent, der Zielwert für 2020 liegt bei 10 Prozent. Auch für diese beiden Bereiche vergab das Statistische Bundesamt eine Sonne als Symbol für eine positive Entwicklung.

Während auch die Entkoppelung des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum auf einem guten Weg ist und mit „Bewölkt“ bewertet wurde, ist der Einsatz von Rohstoffen nicht so stark zurück gegangen, wie es zur Erreichung des Ziels notwendig wäre: einer Verdoppelung der Pro-duktivität zwischen 1994 und 2020 steht bis 2008 nur eine Steigerung von 39,6 Prozent gegen-über. Trotz positivem Trend kommt das Statistische Bundesamt hier zu einer Bewertung mit „Be-deckt“.

Weitere Anstrengungen sind auch bei der Nutzung der begrenzten Ressource Fläche notwendig. Die Entwicklung insgesamt ist positiv, der Flächenverbrauch sank von 120 Hektar pro Tag im Jahresdurchschnitt 1993-1996 auf 104 Hektar pro Tag im Jahr 2008. Dennoch ist das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie, den täglichen Neuverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag im Jahr zu reduzieren, noch weit entfernt. Daher bewertet das Statistische Bundesamt auch diese Entwick-lung mit „Bedeckt“.


28
Jul

Bedrohte Fluss-Giganten

WWF-Report: Riesenfische im Mekong von Staudämmen bedroht - Stachelrochen und Riesenwels: Vier der größten Süßwasser-Fisch der Welt schwimmen im Mekong

Frankfurt - Von den zehn größten Süßwasser-Fischen der Welt kommen allein vier Vertreter im südostasiatischen Mekong-Fluss vor. Darunter der Riesen-Stachelrochen, der mit bis zu 600 Kilogramm Gewicht und bis zu fünf Metern Länge die Maße eines Kleintransporters besitzt und als der größte Süßwasserfisch der Welt gilt. Oder der 350 Kilogramm schwere Mekong-Riesenwels, der sich als reiner Vegetarier ausschließlich von Wasserpflanzen ernährt. „Der Mekong-Strom ist ein Fluss der Superlative. Hier leben mehr riesige Süßwasser-Fische als in jedem anderen Strom der Erde“, sagt Petr Obrdlik, Mekong-Experte bei der Umweltschutzorganisation WWF. Doch nach einer neuen WWF-Untersuchung sind die Giganten im Mekong durch den geplanten Bau von elf Staudämmen im Unteren Mekong extrem gefährdet. Denn Fische von dieser Größe seien schlichtweg nicht in der Lage, so der WWF, große Flussbarrieren wie etwa Staudämme zu überwinden. Somit würden wichtige Wanderrouten unterbrochen und die Laichgründe nicht mehr erreichbar.

„Sollten die geplanten Dämme tatsächlich realisiert werden, könnte das mittel- bis langfristig zum Kollaps der Populationen führen”, warnt WWF-Experte Obrdlik. Dabei stünden die Mekong-Giganten stellvertretend für ein ganzes Ökosystem, neben zahlreichen wandernden Fischarten seien auch die seltenen Irawadi-Flussdelfine von den geplanten Wasserkraftwerken bedroht. Solange nicht geklärt sei, wie sich die geplanten Staudämme auf die Vorkommen der Fisch-Giganten und das gesamte Mekong-Ökosystem auswirkten, fordert der WWF ein Bau-Moratorium. Davon würden nach Angaben der Umweltschutzorganisation nicht nur die Riesenfisch und Flussdelfine profitieren, sondern auch die 320 Millionen Menschen, die entlang des Mekongs lebten. Denn Landwirtschaft und Fischerei seien maßgeblich auf einen vitalen und fruchtbaren Mekong angewiesen.

Besonders den Damm in der Sayabouly Provinz in Laos, dessen Planungsverfahren am weitesten voran geschritten ist, bewertet der WWF kritisch. Sollte der Damm tatsächlich gebaut werden, wäre dies für den Mekong-Riesenwels eine Katastrophe, so der WWF. Die Fischart steht bereits heute auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion und gilt als vom Aussterben bedroht. Daneben wären auch der Vielfrass-Haiwels, ein Raubfisch der auch vor Hühner- oder Hundekadaver nicht zurückschreckt, und der Siamesische Riesenkarpfen in ihren Beständen gefährdet. (WWF)


28
Jul

4.286 Beschwerden beim Luftfahrtbundesamt

Berlin(hib/HLE/KTK) - Beim Luftfahrtbundesamt sind von Anfang 2009 bis zum 31. Mai 2010 insgesamt 4.286 Beschwerden von Fluggästen eingegangen. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion schreibt, betrafen 2.509 Beschwerden die Annullierung von Flügen, 510 Beschwerden gab es wegen Nichtbeförderung. Zu Verspätungen gingen 1.260 Beschwerden ein. Wegen fehlender Preisangaben auf Tickets oder wegen als überhöht empfundener Gebühren wurden außerdem 82 Beschwerden gezählt. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 22 Bußgeldbescheide erlassen.

Die Einrichtung eines von Fluggesellschaften zu bezahlenden Hilfsfonds, der in Fällen höherer Gewalt oder bei Naturkatastrophen Reisende entschädigen könnte, lehnt die Bundesregierung ab. Grundsätzlich sei jedermann für erlittene Schäden zunächst selbst verantwortlich. Andere könnten nur zum Schadensersatz verpflichtet werden, wenn besondere Gründe vorliegen würden. Bei einem Flugausfall wegen höherer Gewalt sei dies nicht der Fall, ”da die Fluggesellschaft den Flugausfall weder verursacht hat noch ein entsprechendes Risiko begründet hat“, schreibt die Regierung.


28
Jul

Geht doch! Ersatz für Azo-Farbstoffe

Die Nachfrage nach Farben aus natürlichen Quellen wächst, insbesondere seit künstliche Farbstoffe zunehmend in die Kritik geraten sind. Es gibt bereits einige Hersteller für Produkte der Süßwaren- und Getränkeindustrie, die auf die natürliche Farben setzen. So hat im Dezember 2009 ein badischer Hersteller sein Sortiment an Farben aus natürlichen Quellen und färbenden Lebensmitteln um sieben färbende Lebensmittel erweitert. Dabei handelt es sich um natürliche Extrakte und Konzentrate aus Pflanzen, Früchten oder Gemüse.

Dies dürfte spätestens seit dem 20. Juli 2010 wichtig sein. Seitdem müssen Lebensmittel, die bestimmte Farbstoffe enthalten, mit dem Warnhinweis “kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen” versehen werden. Betroffen sind die Farbstoffe Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (E 124) und Allurarot AC (E 129). Während der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) den Warnhinweis für “wissenschaftlich nicht begründbar hält”, gehen die meisten Verbraucherorganisationen davon aus, dass sich die Sache so von selber erledigt. Kaum ein Hersteller wolle seine Produkte mit abschreckenden Slogans versehen müssen.

Die EFSA hatte die sechs Farbstoffe im Herbst 2009 einer umfangreichen Neubewertung unterzogen. Im Rahmen der von ihr festgelegten akzeptablen Tagesverzehrsmengen (ADI-Werte) sei ihr Verzehr gesundheitlich unbedenklich, hieß es nachher. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes wurde trotzdem der Warnhinweis festgelegt. (Britta Klein, aid)


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